Offener Projektwettbewerb, 2024 • Erweiterung eines denkmalgeschützten Kindergartens mit 4 Klassenräumen, Tagesstruktur & Betreuung • Holzbau, flexible Lernstruktur, Bestandserweiterung
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Ein Kinderzentrum versteht sich als ein dynamischer, lebendiger und naturnaher Ort, der emotionales und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht. Durch eigenaktive Erfahrungsprozesse kann das Kind als neugieriger:e Forscher:inn die eigene Entwicklung und Bildung mitgestalten.
Die kleinteilige Hofbebauung fügt sich wie selbstverständlich in den städtebaulichen Kontext ein, ohne mit dem Massstab der umliegenden Wohnbebauung zu konkurrieren.



Durch die rücksichtsvolle Setzung der Baukörper kann der Baumbestand geschützt und in die Anlagen integriert werden.
Dabei werden die vier Gebäude durch ein umlaufendes Dach miteinander verknüpft und städtebaulich gehalten. Dieses dient als Bindeglied und schafft eine geschützte, gefestigte, sowie gedeckte Wegeverbindung zwischen allen Teilen des Zentrums.


Grundriss EG
Grundriss OG

Schnitt durch den Innenhof
Aufgrund des schmalen Gebäudequerschnitts können alle Räume schnell und effektiv zum grünen Zentrum quergelüftet werden. Hinzu fungieren die Gruppenräume auf den Zwischenebenen sowie die Oberlichter im Krippengebäude als eine Art Kamin und können die aufsteigende warme Luft über das Dach abführen.
Das Vordach sowie die dichten Baumkronen verschatten grosse Teile der Fassade und helfen im Hochsommer gegen Überhitzung. Gleichzeitig lassen im Winter die kahlen Laubbäume sowie die tiefstehende Sonne solare Erträge zu.


Die vier Gebäude verstehen sich in ihrer Struktur als eigenes Dorf für die Kinder. Hierbei bilden das Bestandsgebäude mit Anbau sowie das westliche Gebäude zum Weinsteig den neuen Kindergarten. Das Bestandsgebäude von 1910 ist adressbildend für das Kinderzentrum und eine identitätsstiftend Adresse für das Quartier.
Im Süden des Ensembles befindet sich das zweigeschossige Hort- und Krippengebäude, das teilweise in den Hang gegraben ist. Das östliche Gebäude beinhaltet die Büro- und Verwaltungsräume, welche durch die Verortung einen engen Bezug zum Hort- und Krippengebäude ermöglichen und gleichzeitig eine bewusste Rückzugsmöglichkeit anbieten.
Die Eingänge aller Gebäude erfolgen über ein zentrales Foyer mit Teeküche in dem sich ebenfalls die Garderoben befinden. Von hier aus wird die Durchwegung zu allen Bereichen des Gebäudes möglichst effizient und kurz gehalten, während der Austausch der jeweiligen Kindergruppen gefördert wird.
Die Neubauten sowie der Anbau sind als Holzskelett-Konstruktion konzipiert: Das effiziente Grundraster ermöglicht eine wirtschaftliche Dimensionierung der Tragestuktur und lässt zukünftige Umstrukturierungen zu.
Zum Holzskelett werden aussteifende, massive Wandscheiben ausgebildet, die das Gebäude stabilisieren. Auch die Erdgeschosswände der Krippe zum Hang werden aus rezyklierten Beton hergestellt, um dem langlebigen Anspruch gerecht zu werden.
Alle restlichen Innenwände werden mit ungebrannten Lehmsteinen ausgeführt und bringen die notwendige Speichermasse in die jeweiligen Gebäude. Somit wird der Einsatz von CO2-intensivem Beton minimiert: nur so viel wie nötig!
Das Dach wird als Metallskelett ausgeführt und ist als Baukastensystem konzipiert: Damit wir ein langlebiges Konstrukt im Aussenraum geschaffen, welches flexibel erweitert, angepasst und abgebaut werden kann, je nach zukünftigen Anforderungen an das Kinderzentrum.
Bauherrschaft:
Stadt Schaffhausen
Bauingenieure:
–
Landschaftsplanung:
Jérôme Duréault Studio
Fertigstellung:
–
Baugesamtfläche:
1.545 m2
Bilder:
CURA, Karoline Leopold
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